union.cms
Projekt-Prinzipien von union.cms
Das Projekt union.cms ist anders als alles, was wir bisher kennengelernt haben. Wir wollen nicht nur ein neues, wirklich großes CMS entwickeln, sondern müssen gleichzeitig das dazu passende Projektmanagement erfinden. Was ist bei union.cms denn so anders?
Anders als das proprietäre Prinzip ...
Mit proprietärer Software ist auch ein proprietäres Vorgehensmodell verbunden. Normalerweise definiert der Kunde hierbei die Anforderungen (mehr schwammig als präzise), und der Auftragnehmer transformiert das in eine technische Spezifikation. Diese wird dann akzeptiert und schliesslich realisiert. Was nun für den Kunden getan wird, ist völlig intransparent. Entsprechend sieht das Produkt aus: Mit viel Glück werden die Anforderungen erfüllt, in der Regel aber stimmt etwas nicht. Der Entwickler schraubt weiter am Produkt herum, bis alle mit dem Ergebnis halbwegs leben können. Das Produkt ist inzwischen unwartbar geworden und der Kunde vom Hersteller abhängig. Das ist nicht besser bei Out-of-the-box-Produkten, die "nur" noch angepasst werden müssen.
Anders als das freie Prinzip ...
Freie Software wird hingegen sehr oft komplett anders als proprietäre Software entwickelt. Hier ist der erste Antrieb das eigene individuelle Interesse am Produkt. Ich mache nichts für Dritte (Chefs) oder für etwas Drittes (Geld) einen Job, sondern einzig, weil ich genau das tun will, was ich da tue. Diese Selbstentfaltung funktioniert allerdings nur, wenn das Leben sonst irgendwie abgesichert ist. Fern vom Sachzwang sind ganz andere Dynamiken der Entwicklung möglich. Im Fokus steht die Qualität des Produktes und nicht die Verkaufbarkeit. Die Offenheit von Quellcode und Projektstruktur ist selbstverständlich, denn es gibt nichts zu verbergen und mehr Entwickler bedeuten ein besseres Produkt.
Irgendwas dazwischen ...
Das Projekt union.cms ist irgendwas dazwischen. Zwar stellen wir ganz eindeutig Freie Software her, aber nicht in einem freien Prozess. Zwar bemühen wir uns um Offenheit und Transparenz, aber dennoch haben wir klare Sachzwänge, die unsere Arbeit bestimmen (Zeitpläne, Ressourcen etc.). Da die Entwickler bei union.cms in der Regel bezahlt werden, ist das mangelhaft vorhandene Geld immer wieder ein Problem. Wir merken es andauernd: Die Geldlogik regiert in unser Projekt hinein. Ein stehender Satz ist mittlerweile: "Wenn das scheiss Geldding nicht wäre..." - könnte alles viel einfacher sein.
Also versuchen wir uns zwischen Freiheit und Sachzwang einen gangbaren Mittelweg zu bauen. Der sieht so aus, dass wir den union.cms-Core mit relativ kleinem Budget entwerfen und bauen. Hier ist "eher" der Bereich der Freiheit und Entfaltung. Das wird kompensiert durch die konkreten Anwendungen, die ein bestimmter Kunde haben will. Hier herrscht eher der Sachzwang, der bezahlt werden soll.